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delicatessen - Klassik im Kino |
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Klassik im Kino? In manchen Ohren hat das einen schrägen Klang. Passt Hochkultur wirklich ins Kino, an den Ort der Populärkultur schlechthin? Wir sind überzeugt: Das Kino ist nicht nur ein guter Ort, um Oper, Ballett und Theater zu zeigen. Es bietet auch die Chance, Kunst und Kultur neuen Publikumsschichten zu erschließen. Die Aufnahmen werden für die Aufführung im Kino mit modernster Technik bearbeitet und digitalisiert. Damit bietet das digitale Kino erneut die Chance, herausragende klassische Inszenierungen auf großer Leinwand visuell und akustisch noch einmal ganz neu zu erleben.
90 Jahre Salzburger Festspiele
2010 ist für Salzburg ein Jubiläumsjahr, denn sie feiern 90 Jahre Salzburger Festspiele.
Die Mythen werden als Thema Oper, Konzert und Schauspiel programmatisch verbunden. Aber auch die Festspiele selbst sind in diesen neun Jahrzehnten längst zu einem Mythos geworden. Schwere Hypothek oder starker Auftrag für Gegenwart und Zukunft?
Erdacht und gegründet wurden die Salzburger Festspiele von Anfang an als Projekt gegen die Krise, die Sinnkrise, den Werteverlust, die Identitätskrise des einzelnen Menschen, aber auch ganzer Völker. Mitten im Ersten Weltkrieg reifte in den Gründervätern, Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt, Richard Strauss, Alfred Roller und Franz Schalk, der Entschluss, die gegeneinander gehetzten Völker durch Festspiele miteinander zu versöhnen.
Im „ersten Aufruf zum Salzburger Festspielplan“ (1919) stehen daher – unvergleichlich formuliert von Hugo von Hofmannsthal – der Friede und der Glaube an Europa im Mittelpunkt.
Aus diesem Grund spielt das Hofgarten Kino in Bad Belzig an vier Terminen im September jeweils eine weltbekannte Oper - und das natürlich in Bild und Ton digital!
Die genauen Spielzeiten entnehmen Sie bitte unserem Wochenprogramm.
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05. September 2010
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W.A. Mozart: Don Giovanni
Don Giovanni bildet einen Höhepunkt im Opernschaffen Mozarts. Donna Anna, die Tochter des Komturs, die er zu verführen versucht und deren Vater er im Zweikampf tötet. Donna Elvira, die er verlassen hat und die zwischen Liebe und Haß schwankt. Zerline, ein junges Bauernmädchen vom Lande, das seiner Werbung fast erliegt. Don Giovanni verkörpert eine Naturgewalt ohne Empfinden für Moral und Verantwortung. Sein Lebensziel ist es, dasjenige weibliche Wesen zu erobern, in das er momentan verliebt ist. Don Giovannis Gegenspieler ist der Komtur, der Inbegriff von Sitte und Gerechtigkeit. Die Flammen der Hölle verschlingen Don Giovanni, als er das steinerne Grabdenkmal des von ihm ermordeten Komturs vom Friedhof zum Gastmahl einlädt. Sein Diener Leporello spielt die Rolle des Harlekins aus der alten Volkskomödie.
Salzburg 1954 177 Minuten Wiener Philharmoniker unter Wilhelm Furtwängler |
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12. September 2010
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G. Bizet: Carmen
José hat sich in Carmen, eine Zigeunerin verliebt, die in der Zigarettenfabrik am Platze gegenüber arbeitet, durch ihre Schönheit allen Männern den Kopf verdreht und heute eine Arbeiterin in der Fabrik beim Streit verwundet hat. Dafür soll sie ins Gefängnis wandern, José sie abführen.
Escamillo, der Stierfechter, hat die anwesende Gesellschaft durch sein Torerolied elektrisiert. Carmen weigert sich teilzunehmen, erwartet aber José, der heute aus dem Arrest entlassen werden soll, in den er um ihretwillen gekommen. José ist ihr Geliebter geworden; er kommt, Carmen bringt ihn durch den Tanz der Seguidilla in rasende Leidenschaft; aber ihn seiner Pflicht untreu zu machen, gelingt ihr nicht. Carmen ist Josés bereits überdrüssig geworden und hat ihr Herz Escamillo zugewandt, der sie im Lager sucht. José verläßt, mit Drohungen gegen Carmen, das Lager. Carmen hat sich jetzt Escamillo zugewandt, die Warnungen Josés schlägt sie in den Wind. Dieser aber vertritt ihr den Weg zur Arena und fordert sie auf, mit ihm zu gehen. Carmen weigert sich trotzig und schleudert ihm den Ring, den er ihr als Unterpfand seiner Liebe an den Finger gesteckt, ins Gesicht. Da wird er von wildem Zorne gepackt, zieht sein Messer und ersticht sie.
Salzburg 1966 162 Minuten Wiener Philharmoniker und Chor der Wiener Staatsoper unter Karajan
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19. September 2010
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W.A. Mozart: Cosi fan tutte
Nach einer durchzechten Nacht in einem Kaffeehaus geraten Ferrando und Guglielmo, zwei junge Offiziere, in Streit mit Don Alfonso, einer Art Philosophen, über die Vertrauenswürdigkeit und Treue ihrer beiden Verlobten. Sie gehen eine Wette ein. Don Alfonso arrangiert ein heikles Spiel. Er überrascht die beiden Bräute Fiordiligi und Dorabella mit der Nachricht, dass ihre Verlobten unverzüglich zum Kriegsdienst einrücken müssen. Unter Tränen und Schwüren nehmen die Liebespaare Abschied voneinander. Don Alfonso sucht bei Despina Unterstützung. Sie soll zwei Fremde ins Haus lassen. Despina hat einen Plan. Die beiden Fremden geben vor, Gift genommen zu haben. Sterbenskrank sinken sie in die Arme der Damen, die verzweifelt nach Hilfe rufen. Despina erscheint verkleidet als Doktor und vollbringt mittels Magnetismus ein heilsames Wunder. Während Dorabella sehr schnell der Verführung durch Guglielmo erliegt, kämpft Fiordiligi noch gegen ihre Gefühle an. Erst als Ferrando von der Untreue Dorabellas erfährt und seinen Angriff auf Fiordiligi mit verzweifeltem Einsatz führt, bricht auch ihr Widerstand. Beide Damen haben sich gänzlich in ihre neue Liebe verloren. In dem Moment, als die Damen den Ehekontrakt unterschreiben, lässt Don Alfonso die früheren Verlobten zurückkehren. Die Damen geraten in Panik. Die Herren toben. Don Alfonso hat seine Wette gewonnen. Aber er rät zur Vernunft. Unter Tränen schwören die Damen ewige Treue. Die Herren verzichten auf weitere Prüfungen. Alle spüren die Erschütterung ihrer Herzen. Nur Despina gelobt sich, beim nächsten Mal das Spiel besser in der Hand zu haben.
Salzburg 2009 210 Minuten Wiener Philharmoniker mit dem Wiener Staatsopernchor unter Adam Fischer
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26. September 2010
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G.F. Händel: Theodora
Valens lässt zu Ehren des römischen Kaisers in Antiochien einen Festtag ausrufen, an dem Jupiter geopfert werden soll. Er beauftragt Septiminius, jeden mit Kerker oder Tod zu bestrafen, der sich widersetzt. Didimus ersucht ihn, diejenigen auszunehmen, deren Gewissen es nicht erlaubt, fremden Göttern zu dienen, die aber trotzdem Freunde des Kaisers sind. Septimius hat zwar Verständnis und Mitleid, kann sich aber einem Befehl des Kaisers nicht widersetzen. Theodora und die Christen schwören den Eitelkeiten der Welt ab. Da tritt Septimius auf und beschuldigt die Christen, ihre geheimen Bräuche zu begehen und den Befehl des Kaisers zu missachten. Theodora entgegnet, dass sie lediglich dem Gebot Gottes folgten. Doch Septimius lässt sie in den Freudentempel abführen, wo sie sich prostituieren muss. Valens und die Heiden begehen ihr Fest. Septimius wird zu Theodora geschickt, um ihr ein letztes Mal Gelegenheit zu geben, ihren Sinn zu ändern. Tut sie dies und huldigt bis zum Abend den römischen Göttinnen, wird sie freikommen. Theodora ist derweil im Gefängnis, ängstlich und doch gefasst. Didimus bekennt Septimius, dass er von Theodora zum Christentum bekehrt worden sei und dass er sie liebe. Während Irene und die Christen an Theodora denken, sucht Didimus sie im Gefängnis auf, um sie zu befreien. Er bietet ihr an, mit ihr die Kleider zu tauschen und ihren Platz im Gefängnis einzunehmen, während sie flieht. Theodora lehnt dies ab und bittet Didimus stattdessen, sie mit dem Tod zu erlösen. Erst als er sich weigert, lässt sie sich auf seinen Plan ein. Theodora kommt in Didimus' Gewand in die Versammlung der Christen. Ein Bote berichtet von Valens' Befehl, die Flüchtige zu ergreifen und sie zu töten. Gegen Irenes Einwände geht Theodora davon. Einem Todesurteil hätte er sich nicht widersetzt, wohl aber dem von Valens erlassenen Urteil, das diesen der Menschheit verhasst machen würde. Theodora erscheint und bietet an, an Didimus' Stelle zu sterben. Septimius drückt seine Bewunderung für ihre hohe Tugend aus. Weil sowohl Didimus als auch Theodora anbieten, füreinander zu sterben, lässt Valens beide hinrichten...
Salzburg 2009 210 Minuten Freiburger Barockorchester und Salzburger Bachchor unter Ivor Bolton
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